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Freiwillige Feuerwehr
Niederschönhausen
Das Denkmal
Der Kellerbrand

 

 

 


Wappen Niederschönhausen

Der Kellerbrand

Ein grauer Herbsttag des Jahres 1948, die wenigen Kriegsschäden waren beseitigt und die Menschen waren bemüht, sich so gut wie möglich mit dem notwendigsten an Lebensmitteln zu versorgen und dabei stand eine Beschaffung von Vorräten an vorderster Stelle.
Unter den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Niederschönhausen hatte sich der Personalbestand wieder erhöht, sodass es nicht mehr so viele Probleme bei der Alarmierung durch die Sirene gab.
Jedoch das Bewusstsein des vergangenen Krieges, mit dem Sirenengeheul vor den Luftangriffen, hat noch in den Gedanken der Menschen ihre Spuren hinterlassen. Es durchzuckte alle wenn die Sirene ertönte, so auch an diesem Herbsttag, doch für die Wehrmänner bedeutete es eine zusätzliche Belastung, die sie jedoch gerne auf sich nahmen, um der Bevölkerung ein neues Gefühl von Sicherheit zu geben. Der dritte Ton der Sirene war gerade verklungen, als die ersten Kameraden die Feuerwache erreichten.
In kurzer Zeit wurde das Löschfahrzeug, ein LF16 Deutz/Klöckner, besetzt und zur Einsatzstelle gefahren.
Die Einsatzstelle war ein altes kleines Haus in der Nähe der Feuerwache aus dessen Keller schon dicke Rauchschwaden quollen. Eine stabile Wasserversorgung wurde schnell hergestellt und der Angriffstrupp erhielt den Auftrag mit aufgesetzten SSG (Sauerstoff-Schutz-Gerät) einen Kellerinnenangriff zu beginnen, um den Brand zu liquidieren. Die Sicht ist gleich null und so bewegen sich die Kameraden, auf dem Boden kriechen, langsam voran. Hinter einer Kellerbiegung entdeckten sie den Brandherd und beginnen sofort mit den Löscharbeiten. Plötzlich ein Knall, dann ein zweiter und dritter. Schnell bringen sich die Kameraden hinter einem Mauervorsprung in Sicherheit und treten danach den Rückzug an.  

Aus dem Keller heraus berichten sie dem Gruppenführer ihre Wahrnehmung und dieser setzt sich sofort mit dem Eigentümer des Kellers in Verbindung, ob die Möglichkeit besteht, dass dort irgendwelche Sprengmittel sein könnten, was aber energisch verneint wurde.
Da keine weiteren Explosionen zu hören waren und sich der Rauch verringert hatte, weil das Löschwasser seine Wirkung erreicht hatte, begab sich der Angriffstrupp erneut in den Keller, um die Lage zu sondieren.
Die Sicht hatte sich zwar verbessert, aber noch auf 1,50 m verkürzt und so liefen die Kameraden aufrecht hintereinander in Richtung Brandherd. Plötzlich bemerkt der Hintermann am Helm seines vorauslaufenden Kameraden sprühende Funken als hätte sein Vordermann seinen Helm mit dem von Merkur aus dem Olymp vertauscht. Oder waren es nur Sinnestäuschungen? So plötzlich wie die Erscheinungen aufgetreten waren, waren sie auch wieder verschwunden und in dem Brandraum herrschte ebenfalls Stille. Nun begannen die Kameraden mit der Untersuchung des Raumes und stellten sehr bald die Ursache des Knalles fest. In dem Keller waren sorgsam ein kleiner Bestand von hochprozentigen Spirituosen, Konserven und Eingemachtem versteckt, welche durch die Hitze des Brandes und durch das Löschwasser mit lautem Knall zerborsten waren. Als der Rauch dann endgültig aus dem Keller abgezogen war, wurde auch die Ursache für die Merkurflügelerscheinung am Helm des Kameraden gefunden. Die Ursache waren die elektrischen Leitungen, die an der Decke in Einzeladerverlegung angebracht waren. Ihre Isolierung bestand aus einem Gummitextilgemisch (sogenanntem NGA), das durch die Wärmeeinwirkung abgebröckelt war. Als der Kamerad mit seinem Stahlschutzhelm die Leitungen berührte, verursachte er damit immer leichte Kurzschlüsse, die er aber selbst nicht bemerkte. Glücklicherweise ist er durch die Innenpolsterung gut isoliert gewesen. So konnte der Einsatz zufriedenstellend beendet werden und als Dank bekamen wir noch vom Eigentümer des Kellers die einzige noch unversehrt gebliebene Flasche Weinbrand geschenkt.

Karlheinz Bork

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